Einfache Atemübung zur Entspannung
Entspannung ist in unserer Zeit nicht immer so einfach.
Oft ist es schwer, wirklich runterzukommen vom Wahnsinn des Alltags.
So werde ich immer wieder gefragt wie wie man gezielt mit einer einfachen Atemübung zur Entspannung gegen Stress vorgehen kann und wie man durch die Zwerchfellatmung richtig atmen lernen kann.
Beides hängt natürlich zusammen.
Das Zwerchfell

Das Zwerchfell ist unser wichtigster und stärkster Atemmuskel.
Er sorgt mit der Lunge für die Sauerstoffaufnahme im Körper kann aber noch viel mehr.
Besser Atmen heißt tiefer atmen. Bei der tieferen Atmung arbeitet das Zwerchfell intensiver und massiert geradezu die inneren Organe. Stoffwechsel und Verdauung werden angeregt. Der Darm wird in der Bildung von Darmflora und Mikrobiom stimuliert und sendet diese Informationen über den Parasympathikus an das Gehirn weiter. Der Parasympathikus ist einer der Hauptnerven unseres vegetativen Nervensystems. Er sorgt für Entspannung und Wohlbefinden. Sein Gegenspieler ist der Sympathikus, der uns mit allerlei Hormonen und Botenstoffen für Energie und Stress versorgt, um täglich zu übeleben.
Zwerchfellatmung üben
Es ist also eine gute Idee, die tiefere Atmung und das Zwerchfell zu trainieren. Eine der besten Methoden dafür ist Singen.
In meinem Video zeige ich, wie man einfach die tiefere Zwerchfellatmung üben kann.
Atemübung zur Entspannung
Atemübung gegen Stress
Das Prinzip dieser Übung ist ganz einfach:
Die Atemmuskulatur wird gezielt darauf trainiert, den Atem zu halten und möglichst langsam wieder abzugeben.
Konkret wird hier meistens folgende Übung empfohlen:
• Einatmen: 4 Sekunden lang tief durch die Nase einatmen.
• Luft anhalten: 7 Sekunden lang den Atem anhalten.
• Ausatmen: 8 Sekunden lang langsam und hörbar durch den Mund ausatmen.
Die Angaben in Sekunden zeigen das Prinzip. In meinen Trainings variiere ich diese Zahlen aber gerne, je nach Stand und der Aktivität der Teilnehmer. Statt Sekunden verabrede ich auch gerne ein ein einfaches Schrittmuster beim entspannten Gehen. Dadurch bekommt man ein besseres Körpergefühl. Aber warum funktioniert es?
Das Prinzip der langsameren Ausatmung
Bei dieser einfachen Atemübung gegen Stress passiert etwas ganz Einfaches.
Die Phase der Ausatmung wird aufgehalten und verlängert. Dadurch bekommt unser vegetatives Nervensystem über den Parasympathikus die Information: „Alles Gut – Entspannung“. Genau dasselbe passiert übrigens auch beim Singen und darum ist es so gesund. Interessant ist, wie das genau funktioniert:
Nervus Vagus und Darm-Hirn Achse
Ein wichtiger Hauptnerv des Parasympathikus ist der Nervus Vagus.
Der Vagusnerv verbindet das enterische Nervensystem (das sogenannte Bauchhirn) direkt mit dem Hirnstamm. Er verarbeitet so Informationen aus dem Darmmikrobiom und sendet Beruhigungssignale zurück. Nervus Vagus und Darm stehen so durch die Darm-Hirn Achse ständig im Austausch. Der Nervus Vagus mag übrigens auch die Vibrationen im Hals- und Rachenraum, die durch Singen oder Summen entstehen.